Berichte


Rückblick der Donnerstags-Wandergruppe

Die Donnerstags-Wanderer blicken auf ein interessantes Jahr 2010 zurück

Wer nicht mehr längere Wanderungen gehen kann oder möchte, ist bei der Donnerstags-Wandergruppe gut aufgehoben. Seit vielen Jahren werden jede Woche kürzere Wanderungen und Besichtigungen in und rund um Hildesheim durchgeführt, so auch 2010.

Der Plan sah für dieses Jahr 48 Wanderungen vor, von denen 45 stattfanden. 3 fielen ungünstigen Witterungsverhältnissen zum Opfer (vereiste Wege, Dauerregen). Aber schlechteres Wetter schreckt uns nicht ab, schliesslich gibt es immer die richtige Kleidung für einen Ausflug ins Freie! Häufig ist uns aber der Wettergott gut gewogen. Teilgenommen haben 702 Personen, wobei nach dem Motto „Dabei sein ist alles“ nicht unterschieden wird, wer viel oder weniger viel läuft (oder laufen kann) oder wer nur zum Kaffeetrinken kommt.

Neben den „Routinewanderungen“ stehen auch immer neue Wanderziele auf dem Programm, so 2010 Halbtagsausflüge zum See bei Adenstedt (Hohenhameln), nach Bockenem zum Turmuhrenmuseum, nach Rheden bei Gronau zum Golfplatz und zur Kirche. Besonders herausgehoben sind die Tages-Busreisen. Sie führten im vergangenen Jahr einmal nach Verden (Stadtbesichtigung) und zur Ginseng-Farm in Bockhorn, zum anderen zu Besichtigungen nach Idensen bei Wunstorf, nach Neustadt am Rübenberge und zur Heidelbeerplantage Wassermann.

Die Adventsfeier am 9. Dezember gab reichlich Gelegenheit zu Rückblicken auf ein interessantes, abwechslungsreiches und unfallfreies Wanderjahr. Kürzere oder ausführlichere „Reimereien“ liessen das eine oder andere Ereignis aufleben. Herausragendes Beispiel ist der Beitrag von Dr. Manfred Krumsiek, der nachfolgend wiedergegeben wird.

Auch 2011 stehen wieder viele Ziele auf dem Programm

Wir hoffen auf ein ähnlich erfreuliches Wanderjahr 2011 und laden herzlich zur sporadischen oder regelmässigen Teilnahme ein. Der Wanderplan liegt dieser Ausgabe der „Hütte“ bei. Hervorzuheben sind die beiden Tagesfahrten, zu denen wir eine rege Beteiligung wünschen - nicht nur von den Teilnehmern der Wandergruppe!

Am 26.05. geht es nach Königslutter. Dort besichtigen wir den Dom und das Museum Mechanischer Musikinstrumente. Nach dem Mittagessen geht es weiter nach Schöningen (Marktplatz, Bibelgarten, Kirche St. Lorenz). Beim Kaffeetrinken auf dem Heese-berg haben wir hoffentlich einen schönen Blick in das Harzvorland und zum Brocken. Die Kosten für Busfahrt und Führungen betragen 27,00 € je Person. Anmeldung bitte bis zum 10.05.2011.

Am 25.08. steht eine Heidefahrt auf dem Programm. Wir besichtigen das Archäologische Museum in Oldendorf/Luhe und die 5700 Jahre alte Oldendorfer Totenstatt mit ihren steinzeitlichen Grabanlagen. Am Nachmittag sehen wir uns in Amelinghausen um und wandern um den Lopausee und die angrenzende (hoffentlich voll blühende) Heidelandschaft. Die Kosten für Busfahrt und Führungen belaufen sich auf 28,00 € je Person. Anmeldung bitte bis zum 10.08.2011.

Dr. Peter Rietzel

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Unsere Busfahrt nach Verden

von Dr. Manfred Krumsiek

Wem Gott will Gutes tun auf Erden,

den schickt er in das Städtchen Verden.

Wir gehörten zu den Auserwählten,

drum wir in den Bus uns quälten,

zu fahren in die Reiterstadt,

weil diese viel zu bieten hat.

Von Weitem sieht man ihn schon steh`n

den Verd`ner Dom, den woll`n wir sehn.

Wer seinen Baustil will erkunden,

der muss ihn außen ganz umrunden.

Der Turm ist romanisch, doch nur ganz unten.

Der Rest wurde später hinzuerfunden.

Das Kirchenschiff - nicht trügt der Schein -

ist Gotik aus geback`nem Stein.

Gar mächtig sind die Kirchenmauern.

Der Blick nach oben lässt erschauern,

man sagt sich: Das kann doch nicht sein,

für`s gewaltige Schiff ist der Turm viel zu klein.

Dann woll`n wir hinein und sind ganz platt,

weil die Kirche für uns einen Eingang nicht hat.

Wer besichtigen sie will, ja der muss schön

ganz um sie rum zum Domplatz erst geh`n.

Dort geht’s durch ein Haus. Ohne Grund? Mitnichten!

Man muss seinen Obolus dort entrichten.

Wir aber können uns kostenlos laben,

weil zum Zahlen wir ja Herrn Rietzel haben.

Erst geht’s durch den Kreuzgang, den finde ich schön,

denn er ist so hoch, dass man aufrecht kann geh`n.

Man muss sich nicht bücken, um mit lauten Flüchen

gleich zu Beginn zu Kreuze zu kriechen.

Dann betritt man den Dom. Und wie staunt mancher Christ,

weil die Kirche nicht ein- oder zwei- sondern dreischiffig ist.

Die gewaltigen Säulen, die machen mich munter.

Ohne sie fiel die Decke ja auf uns herunter.

Und da vorne da steht er - wie wunderbar! -

der prächtige alte Schnitzaltar.

Der Gläubige vertieft in die Figuren sich rein:

Wie begnadet der Schnitzer gewesen muss sein.

Der Neidische aber könnt` die Haare sich raufen,

denn dem Schnitzer ist beim Schnitzen kein Schnitzer unterlaufen.

Und dort an der Wand - mir wird ganz schwul -

steht der reich verzierte Levitenstuhl.

Vor diesem Stuhl muss ich mich hüten,

sonst liest mir mein Weib gleich hier die Leviten.

Dort oben die Orgel - ich kann’s kaum begreifen -

wie gern hätt` auch ich mal so viele Pfeifen !

Ich hör` die Erklärung, dann hab ich`s begriffen:

auf dem letzten Loch wird hier auch noch gepfiffen.

Und dort in der Ecke aus mächtigem Stein

steht das Becken zum Taufen der Kinderlein.

Die Kinder sie sind ja noch so klein,

und doch tauchte früher man ganz sie hinein.

Manch eines konnt` später diese Lehre gebrauchen,

wenn es galt vorm Finanzamt abzutauchen.

Gern wär`n wir geblieben, doch wir müssen jetzt geh`n,

denn wir woll`n ja die Verdener Altstadt noch seh`n.

Dort schlenderten wir durch viel alte Gassen.

Wir sahen uns um und konnten`s kaum fassen:

Die meisten Häuser bis hinauf zu den Dächern

waren Werke der Kunst mit ganz vielen Fächern.

Und manche Häuser waren so bunt gestrichen,

dass vor Neid die Nachbarn ganz sind erblichen.

Dann kamen wir zum Fluss , man gern hier verweilt,

weil man sieht wie das Wasser zur Weser hin eilt.

Doch warum sollt ich dort als Poet mich abplagen,

wenn frei mit Goethe könnte ich sagen:

Walle! walle

manche Strecke,

daß, zum Zwecke,

Wasser fließe

und mit reichem, vollem Schwalle

in die Weser sich ergieße.

Dann der Chef scheucht uns auf; er schlug fast Alarm,

denn wir wollten noch besichtigen `ne Ginsengfarm.

Wir kamen dort hin noch zur richtigen Zeit

und wurden geführt von `ner recht hübschen Maid.

Sie sprach interessant von sehr vielen Dingen,

drum nicht nur wir Männer an den Lippen ihr hingen.

Das Schönste aber war an dieser Maid,

dass sie wusste gut über `ne Wurzel Bescheid:

Die Ginsengwurzel, ihr Geld scheint sie wert,

weil ein langes Leben sie uns beschert.

Drum kaufte auch ich eine Packung mir.

Vielleicht war’s mein Glück - und ich ständ` sonst nicht hier.

Ist die Wirkung so stark, wie der Preis ist hoch,

dann steh` ich in fünfzig Jahren hier noch.

Dann nahmen wir Abschied von Wurzel und Maid,

denn für die Heimfahrt war es nun Zeit.

Und als wir uns näherten unserer Stadt,

sah`n wir den Turm, den Andreas da hat.

Jetzt auch der Letzte von uns begriff:

Ja dieser Turm, der passt zu dem Schiff.

So kehrten wir heim, waren alle zufrieden,

weil viel Interessantes uns ward beschieden.

Drum wem Gott was Gutes will tun auf Erden,

den schickt er in das Städtchen Verden.