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Liebe Berg- und Kletterfreunde,
ungeachtet der Einleitung des letzten Berichtes gab es zumindest
im Harz doch noch einen späten Wintereinbruch, der einige
Unentwegte auf die kaum gespurten Loipen lockte. Trotzdem kam
die Kletterei nicht zu kurz, in der teilweise überfüllten
Halle und auch schon im Ith wurde für die an-stehende Gardaseefahrt
trainiert.
Dorthin fuhren zunächst Claudia und Beate; besuchten neben
den bekannten Gebieten in Nago und Massone auch einige erst kürzlich
neu erschlossenen Klettergärten. Als Krönung gelangen
ihnen noch zwei Mehrseillängenrouten: am Piccolo Dain klettern
sie „Orizzonti Dolomitici“ (10SL, bis 5+), und am
Monte Colt die Route „Perla Nera“ (2SL, 6+). An ihrem
letzten Klettertag trafen Birgit, Martina, Mosi, Michael und
Andreas in Arco ein, so konnte der abendliche Ausklang in der
Bar gleich zum Erfahrungsaustausch genutzt werden. Neben der
Besteigung des noch tief verschneiten Altissimo di Nago – und
dem touristischen Beiprogramm für Frauen und Kinder – wurden
auch diverse Touren geklettert. Nach der Eingewöhnung am
Monte Baone wurden an den Sonnenplatten Cane Trippa, MaIlia,
Due Agosto sowie 46 Parallelo geklettert. Letztere mit Mosi,
für einen zehn-jährigen beim ersten Kletterurlaub ein
tolles Erlebnis!
Im April folgte ein großer Anlaß zum Feiern: unsere
Kletterwand in der Universitätssporthalle feierte ihren
10. Geburtstag! Daher wurde zu einem „Tag der offenen Tür“ eingeladen;
unter den mehr als 50 Besuchern waren auch einige lange nicht
gesehene, mit denen bei Kaffee und Kuchen über vergangene
Tage und die geplante neue Kletteranlage geplauscht wurde.
Das Wochenende vor dem 1.Mai fuhren Claudia, Andreas und Wan
in die Fränkische Schweiz. Ausgehend vom zentral gelegenen
Pottenstein, wurden vier verschiedene Gebiete angesteuert und
viele schöne Routen geklettert. Brauchte die Kletterei an
teilweise doch schon abgegriffenen Fels zunächst etwas Eingewöhung,
konnten die gekletterten Schwierigkeiten während des Wochenendes
doch erheblich gesteigert werden.
Im Juni fuhr Claudia, auf diese Weise gut vorbereitet, erneut
ins Frankenjura. Dort besuchte sie den Aufbaulehrgang zum Fachübungsleiter
Klettersport, den sie mit Bravour bestand. Dazu auch an dieser
Stelle herzlichen Glückwunsch!
Patrick reiste im Juli nach Ostafrika und bestieg dabei den Mt.
Meru und den Kilimandscharo. Mit einer Safari klang die Reise
an den Äquator aus.
War uns das Wetter in der ersten Jahreshälfte überaus
gewogen, änderte sich dies ab Juli deutlich: diverse Termine
mußten wir ausfallen lassen oder in die Halle verlegen,
allein der Harz bot sich einige Male als schnell trocknende Alternative,
die gern angenommen wurde.
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Mitten in dieser Regenperiode faßten
Martin, Patrick und Ulrich den Entschluß ins Stubai zu
fahren, um die Zuckerhütl-Nordwand zu durchsteigen. Beim
Anblick der stark ausgeaperten Flanke erbarmte sie sich jedoch
und verzichteten auf eine Durchsteigung. Stattdessen wurde ein
Klettergar-ten bei Scharnitz besucht und Eisklettern und Spaltenbergungstechnik
weiter verbessert. Gutes Wetter vorausgesetzt, soll die Aktion
im September – kurz vor Hüttenschluß – mit
hoffentlich mehr Erfolg wiederholt werden.
Im August begingen Claudia und Martina Klettersteige in den Dolomiten: über
den Klettersteig am Westgrat bestiegen sie die Marmolada, außerdem bestiegen
sie den Col Ombert über einen extrem schwierigen Klettersteig. Leider
begann es an der Sella dann zu regnen.
Damit ist es Zeit für die Vorschau: nach einigen Klettertagen im Oktober
folgt Ende November unser Hüttenwochenende im Harz, hoffentlich diesmal
wieder mit Schnee – verdient hätten wir es mal. Patrick wird dabei
Bilder seiner Ostafrikatour zeigen, und außerdem können wir den
35. Ge-burtstag der Klettergruppe feiern! Im Dezember folgt dann die Braunkohlwanderung,
und beim Neujahrsklettern kann der Silvesterkater bekämpft werden.
Vom 1. (Himmelfahrt) bis 11. Mai (Pfingsten) ist eine Kletterfahrt an den Gardasee
geplant.
Einen Wettkampf wird es diesen Winter in Hildesheim leider nicht geben. U.a.
aufgrund der gesunkenen Teilnehmerzahlen in den letzten beiden Jahren wurde
beschlossen, nur noch einen Schwie-rigkeitswettkampf durchzuführen. Dieser
wird in Hamburg stattfinden, dessen Halle sich als regio-nales Leistungszentrum
dafür besonders eignet.
Dieses sollte ein zusätzlicher Ansporn sein, die Planungen für unsere
neue Halle intensiv voranzu-treiben! Darüber hinaus platzt unsere kleine
Anlage aus allen Nähten – die Trainingszeiten sind überfüllt,
und auch die Nachfrage nach Sonderveranstaltungen steigt immer mehr.
Zu den Planungen für unsere neue Kletterhalle lest bitte den gesonderten
Bericht!
Selbstverständlich beteiligte sich die Gruppe wieder intensiv an den Aktivitäten
des Ausbildungsrefe-rates. Sowohl bei den beiden alpinen Basiskursen als auch
den Felskletterkursen arbeiteten viele Kräf-te mit, und diverse Touren
wurden ebenfalls angeboten.
Somit muß ich zum Schluß zu einem äußerst unerfreulichen
Thema kommen: die Lage in unseren Klettergebieten! Nachdem es einige Zeit so
aussah, als ob mit der Kletterkonzeption eine Basis geschaffen wäre,
ein harmonisches Nebeneinander von Klettern und Naturschutz zu ermöglichen,
droht nun neues Unheil. Den Grundeigentümern sind die Kletterer (schon
lange) ein Dorn im Auge! Ungeachtet der Tatsache, daß das Beklettern
der freigegebenen Felsen völlig legal ist (freies Betretungsrecht der
Landschaft, Klettern ist keine genehmigungspflichtige Sondernutzung), wollen
uns die Grundeigentümer mittels des Klageweges von den Felsen fernhalten.
Viel Zeit und Geld wird nötig sein, um dies zu verhindern – hoffen
wir, daß es uns gelingt! Müßig ist es darauf hinzuweisen,
uns so zu verhalten, daß wir niemandem eine Steilvorlage bieten, mit
deren Hilfe er uns angreifen kann. Drücken wir die Daumen, daß uns
unsere heimischen Klettermöglichkeiten noch lange erhalten bleiben!
Schönen Winter & bis demnächst an der Kletterwand!
Andreas
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