Fahrt ins Engadin |
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| Familiengruppe findet sich neu zusammen und fährt ins Engadin | ||||
Es tut sich wieder was mit unserer Familiengruppe! Nach einigen regionalen Wander- und Klettertagen im Harz ging es im Juli auf eine Kletter- und Hochtourenwoche ins Oberengadin.
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![]() Am Julier-Pass |
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![]() " Am Fenster" Blick ins Engadin |
Am Samstag, 19.7. machten sich 3 Erwachsene und 5 Kinder zwischen 11 und 14 aus den Familien Heynert, Klimke und Passiniemi mit einem VW-Bus auf nach Bever vor St. Moritz, wo eine schöne große Ferienwohnung auf uns wartete.
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Schon dieser Standort erwies sich als Paradies für die Kinder: Direkt nebenan lagen Bauernhöfe mit Kuh, Schwein und Huhn oder Pferdehöfe. „Oh wie süß“ wurde zum Standardruf unserer Mädchen.
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Gleich am ersten Tag ging es nach Morteratsch auf den Gletscher, der von den Eisriesen der Bernina herunterzieht. Dank unseres Ausrüstungsverleihs waren alle gut mit Steigeisen und Pickeln versorgt für ihre ersten Schritte auf einem richtigen Gletscher. Bald schon kam die Sicherheit und da ein 15 Meter hoher Gletscherbruch mit senkrechter Wand nahebei lag, bauten Uli und ich, mitten im Sommer, ein Eiskletter-Toprope auf. Die Begeisterung war groß, mit richtigen Eisgeräten (die ich vorsichtshalber eingepackt hatte) eine senkrechte Eiswand beklettern zu können.
Schließlich wurde noch eine lange, blaue Gletscherspalte erkundet, die sich vom Gletscherbruch her auftat. |
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Unterhalb des Gletschers, im eisfreien Teil, bot sich uns das Morteratsch-Tals in seiner ganzen Blumenpracht dar, daneben der tosende Strom aus dem Gletscher mit den Wasserfällen hinter dem Morteratsch-Hotel.
Für uns, die wir aus dem Ith endlose Diskussionen um jeden einzelnen Bohrhaken gewöhnt sind, war es eine interessante Erfahrung, mit welcher Selbstverständlichkeit hier Klettergärten durchgehend eingebohrt werden und so auch im Vorstieg einen schönen, entspannten Klettergenuß erlauben. Der naturschutzfachliche Wert des Morteratsch-Tals oder des Bernina-Passes (Piz Alv) ist sicher nicht geringer als der des Iths.
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Kurz vor dem Hotel am Talausgang entdeckten wir einen neuen Klettergarten in mehreren Ebenen, in dem vor allem diffizile Reibungsklettereien auf Gletscherschliff-Gestein geboten wurden und mit dem wir uns an einem der nächsten Tage noch ausgiebig beschäftigten.
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Naturschutz pur wird im Schweizerischen Nationalpark geboten, der sich über große Flächen des Ober- und Unterengadins erstreckt. Über Zernez (wo ich feststellen mußte, daß mein geliebter Morand-Birnli inzwischen schon im Supermarkt 37 Fr. kostet) steuerten wir den Ofenpaß an und stiegen von einem Parkplatz auf etwa 1900 m über den Naturlehrpfad und durch eine wunderschöne Landschaft gegen die nördliche Kette zum P. Margunet auf 2328 m auf. Zunächst ging es über Almen und dann durch den Nadelholzgürtel bis in die waldlose Höhenzone. Hoch über uns kreiste ein echter Bartgeier auf der Suche nach frischen Knochen, nur Steinböcke trafen wir hier nicht - das war erst am Abend des letzten Tages Uli und mir vergönnt, als wir noch etwas am Piz Alv herumkletterten und ich auf einem schmalen Band auf eine Steinbockfamilie traf - einige noch leicht flauschige Kleine und deren Mutter, die bis auf 3 Meter an mich herankam. |
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Am Mittwoch fühlten wir uns akklimatisiert genug, um den Piz Corvatsch in Angriff zu nehmen. Die Seilbahn verkürzte unseren Aufstieg und unseren Atem erheblich. Von der Bergstation auf 3.300 m zogen wir unsere Spur über einen herrlichen Wächtengrat (mit zwei Blankeisplatten …) zum Gipfel des Piz Murtel, 3433m. Der Schnee war außerhalb der Eisplatten sommerlich weich und tief gewesen, so daß die meisten Kinder es schon auf dem Piz Murtel gut sein ließen.
Nur Hanja wollte noch den Corvatsch-Gipfel haben und da Uli sich erbot, mit den anderen Kindern auf dem Piz Murtel zu bleiben, konnte ich mit Hanja noch den Corvatsch angehen - noch einmal Blockwerk klettern, noch ein Schneefeld und dann waren wir ganz oben (3451 m)! Ein tolles Erlebnis mit einem Ausblick über das ganze Engadin und großes Gipfelglück! |
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Unsere Kinder waren flink wie die Gemsen unterwegs, während ich, allerdings auch mit dem großen Rucksack, doch deutlich länger brauchte. Das Gipfelpanorama auf dem Trovat ist enorm - so nahe kommt man dem Piz Palü sonst nicht und auch die anderen berühmten Eisriesen der Bernina-Gruppe waren alle zum Greifen nah. Unter uns zog sich der Morteratsch-Gletscher herab und wenn wir noch mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir sicherlich noch ein Gletschertrecking von der Diavolezza nach Morteratsch unternommen. Im Abstieg auf die Diavolezza nahmen wir „eben noch“ den Sass Queder mit, einen leicht besteigbaren weiteren 3000er. Zwei 3000er also an einem Tag - eine stramme Leistung für die Kleinen und die Großen. Danach hatten wir uns redlich unsere Rast im Panorama-Restaurant der Diavolezza bei Bündner Spezialitäten verdient. |
Der nächste Gipfel für uns sollte der Piz Trovat (3146 m) sein, zwischen der Diavolezza und dem berühmten Piz Palü gelegen. Seit 2 Jahren zieht ein Klettersteig 250 hm über den Westpfeiler auf den Gipfel und bietet alles, was im modernen Klettersteigbau so üblich ist, von sanften Passagen über die obligatorische, schwankende Hängebrücke bis hin zu einer fast 100 m hohen senkrechten Wand. Die Absicherung entspricht modernstem französischen Standard.
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Ich könnte noch so viel mehr erzählen, von einer Wanderung über den Bernina-Pass zur Alp Grüm und der Rückfahrt mit der Rhätischen Bahn, von Livigno, Pontresina oder den Engadiner Seen, aber lassen wir es für heute gut sein mit der Feststellung, daß es ein phantastischer Urlaub in einer der schönsten Gegenden der Alpen war.
Wir planen auch für nächstes Jahr einen ähnlichen Urlaub, offen für alle interessierten Familien. Aber auch hier in unserer Gegend, in Harz, Heide und Ith, haben wir viele Ideen für tageweise Unternehmungen, in denen es oft, aber nicht nur um Klettern gehen wird. Themenwanderungen, Bootfahren, Schwimmen oder im Winter Ski, Rodel und Eislaufen sind andere Themen für unsere geplanten Ausflüge. Wer mitmachen möchte oder wer erst nur, unverbindlich, weitere Informationen wünscht, wende sich gerne an mich (Tel. 05121.2889990 oder 0171.4135269). Martin Heynert |
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