Berichte |
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2000 |
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Berchtesgadener Alpen |
vom 12.8.-18.8.2000 | |||
Valentin Stanic schreibt über seine Erstbesteigung der Watzmannmittelspitze im Jahre 1799:
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„ Beladen
mit meinen Messinstrumenten beging ich diesen nie begangenen
Weg. Schon der Anfang war böse, denn ich musste über eine große
steile Platte hinabglitschen, an deren Ende mich nur ein sehr kleiner Vorsprung
vom Sturze in die unermessliche Tiefe errettete ... Ich überstieg eine
gefährliche
Stelle, eine Kluft nach der anderen, dachte auf Besser werden, und es kam nur
Schlimmes nach ... Bald musste ich mich, auf einem schmalen Rücken sitzend,
weiterbewegen, bald, wie in Lüften schwebend, an steilen Wänden dahin
klettern ... Oft brauchte es beinahe übermenschlichen Mut, um nicht ein
Raub der Zagheit zu werden.“ |
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Unsere Tour beginnt am Samstag, dem 12.8.2000 um 11.30 Uhr am Parkplatz an der Wimbachbrücke in Ramsau. Wir sind ins Berchtesgadener Land gekommen, um im Rahmen einer Hüttenwoche die schönsten Gipfel des Nationalparkes zu ersteigen. Nachdem alte eingetroffen sind, und Walter die Ausrüstungen kontrolliert hat5 startet unsere vorerst zwölfköpfige Gruppe den ca. vierstündigen Aufstieg zum 1928 Meter hoch gelegenen Watzmannhaus. Bei Temperaturen von etwa dreißig Grad stellen einige dann bald fest, dass die gutgemeinten Ratschläge Walters, das Rucksackgewicht möglichst klein zu halten, doch besser zu befolgen gewesen wären. |
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Schweißgebadet, die ersten Blasen beklagend, treffen wir gegen 15.30 Uhr am Watzmannhaus ein. Die Hütte entpuppt sich schnell als momentane Baustelle, die völlige Überbelegung verhindert einen ersten gemütlichen Gruppenabend, festgestellt wird lediglich am nächsten Morgen um 5.30 Uhr aufzustehen, da das Highlight der Tour, die Überschreitung des Watzmanngrates mit Mittelspitze ( 2713 m ) und Südspitze 2712 m auf dem Programm steht. Beim Aufbruch gegen 6.30 Uhr empfängt uns strahlender Sonnenschein. Als wir um halb zehn das Hocheck (2651 m) erreichen, sind schon viele andere Verrückte unterwegs, die wie wir schweißgebadet vor dem Weitergehen gen Mittelspitze jetzt das Gurtzeug anlegen. Eine Bärenrödelei, und nur Walter und Wolfgang ist es zu verdanken, dass sich nicht der eine oder andere an seinem Klettersteigset erdrosselte. Irgendwann sind dann aber doch alle gut vertäut, und es geht in den Klettersteig...
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Gegen 10.30 Uhr stehen 12 Bergsteiger
aus Hildesheim unbeschadet auf dem höchsten Punkt
des Watzmanns, der 2713 Meter hohen Mittelspitze, bereichert
durch die Erfahrung einen tollen Klettersteig gemacht
zu haben, mit phantastischen Ausblicken auf die Watzmannkinder,
den Königssee und den Hochkalter. |
![]() Um 17.30 Uhr erreichen wir total erschöpft, aber durch Walter sicher geführt, nach fast elf Stunden das heimatliche Watzmannhaus, dass auch an diesem Abend wieder aus allen Nähten platzt. ![]() Ein schöner Sonnenuntergang, eine Mettwurst und eine Flasche vom Besten lassen uns einen netten Abend verbringen, nachdem wir Rüdiger, unser dreizehntes Mitglied begrüßt haben, der einen Tag später angereist ist. |
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![]() An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich der Rinkendlsteig in einem sehr schlechten Zustand befindet, keine gute Werbung für die zuständigen Herrschaften in Berchtesgaden! Kurz am Königssee zu Mittag gegessen, und schon geht es mit dem Schiff über einen der saubersten Bergseen Europas zur Anlegestation Salet, und dann wieder per pedes weiter zur Sageretwand, an deren Fuß uns ein Schild einen vierstündigen Aufstieg zum Funtensee- oder Kärlingerhaus prophezeit. |
In weiser Voraussicht auf einen Riesenhatsch
am Tag Nummer drei halten sich alle an die Hüttenruhe,
Walters Weckruf erschallt am Montagmorgen um 7.00 Uhr,
und nachdem auch die ewig Letzten den Rucksack geschnürt
haben, begibt sich die Gruppe der „wilden Dreizehn“ auf
die Reise Richtung der auf über 1300 Meter tiefer
gelegenen Wallfahrtskirche St. Bartholomä. Über
den Falzsteig, die Kührointhütte und den Rinkendlsteig,
der unglaubliche Tiefblicke auf den Königssee beschert,
erreichen wir diesen zur besten Mittagszeit. |
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Es geht, zum Glück im Schatten, steil
bergauf, immer lauter werden die Lynchforderungen gegen
die Gruppenleitung was einen echten Bergführer keinesfalls
aus der Ruhe bringt. Nach vier Stunden Aufstieg erreichen
wir ein Hochplateau, dass jeglicher Beschreibung trotzt.
Ein Vergleich mit dem Garten Eden ist hier gewiss jedem
gekommen. Ja, schön hätte es hier sein können,
wäre dort nicht ein Schild gestanden mit der Aufschrift:
Kärlingerhaus 2 Stunden... Als die Ersten von uns
gegen 19.30 Uhr über eine Anhöhe gelangen, im
Tal das Kärlingerhaus erblicken, mag es schon fast
den Anschein einer Fata Morgana gehabt haben, und andere
Gäste des Stützpunktes am Funtensee werden uns
vielleicht mit einem Schwarm Heuschrecken verglichen haben,
der sich gierig auf alles ess- und trinkbare stürzte.![]() |
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![]() Abgesehen von wirklich niveauvollen, lehrreichen Gesprächen in der Gruppe, bei denen sich mancher als wahrer Barde entpuppt (Wilhelm Tell) ist der Gipfel des Viehkogel, der unschwierig zu ersteigen ist, jedem wärmstens zu empfehlen, eine unglaubliche Rundumsicht garantiert. Aber auch der anschließende Weg durchs Steinerne Meer ist ein einmaliges Erlebnis. |
Für den nächsten Tag hatte Walter
eine Erholungstour von „nur“ etwa fünf
Stunden versprochen. Ein Teil der Gruppe wollte den direkten
Weg zum Riemannhaus gehen, der größere Teil
nimmt noch den 2158 m hohen Viehkogel mit, einen Aussichtsgipfel
am Rande des Steinernen Meeres, dass wir im Anschluss
durchqueren würden. |
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Das Riemannhaus an der Ramseider Scharte
verschafft unseren müden Gliedern Erholung und ist
Ausgangspunkt für unsere Tour zur 2653 m hohen Schönfeldspitze
(das ist die, die beim weltbekannten Malerwinkelblick
so schön über dem Königssee aufragt),
die am Mittwoch auf dem Programm steht. |
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Am Donnerstag morgen geht es dann zurück
durch's Steinerne Meer über den Eichstätter
Weg zum lngolstädter Haus, wo nur kurz die Sachen
abgeladen worden, und es dann gleich weitergeht zum 2594
m hohen Großen Hundstod. Auch der ist nicht so
ganz leicht zu besteigen aber für uns mittlerweile
kein Problem mehr. Wieder kann ich nur von einem lohnenden
Gipfel berichten, insbesondere der Blick rüber zu
den Abstürzen der Watzmannsüdspitze ins Wimbachtal
ist genial. |
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Obwohl Walter nichts für das gute Wetter
konnte, obliegt ganz ohne Zweifel der Hauptanteil am
Gelingen dieser eindrucksvollen Bergwanderwoche ihm,
die wieder einmal perfekt vorbereitet war! |
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