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Berichte
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1999 |
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14.-22. August |
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Brenta |
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Überschreitung des
gesamten Nordkamms – Durchquerung des zentralen
Teiles |
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Teilnehmer: Anette, Ingeborg,
Claudia, Ute, Sabine, Birgit „Bibi“, Bernhard
K., Andreas „AB“, Bernhard B. und Christoph
und last not least unser Bergführer Uli |
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1. Tag: Samstag - der Tag des Wartens
Treffpunkt Cles 13.00 Uhr, Einlaufen der Teilnehmerlnnen
wie folgt:
13.31 Uhr: Anette, abgehetzt; keiner mehr da? Alle
schon auf´m Berg?
13.40 Uhr: Uli, Claudia, Ingeborg, Bernhard K. dem
Stau entronnen...... Wo sind die anderen?
16.10 Uhr: Bibi: Ich wollte eigentlich erst morgen
kommen. Warum seid ihr eigentlich noch da?????
16.30 Uhr: Uli verkündet: Wir fahren mit dem Taxi
zur Rifugio Peller (statt 5-stündigem Fußmarsch!)
16.55 Uhr: Das Taxi steht bereit. Plötzlich ist
Ute aus Halle da! ..... Wo sind die anderen?
19.00 Uhr: Anruf von Bernhard B. und Christoph: Hallo,
alles klar? Ihr wisst ja, wir kommen erst morgen.....
und Sabine und Andreas wollten ja sowieso erst morgen
kommen.....
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Rif.
Peller
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2. Tag: Sonntag - Eingehtag
mit Jausenpause
Wir machen unsere 5-stündige Eingehtour zum und um den Monte Peller. Das
Beste ist die Jause auf einer Alm mit selbstgemachtem Käse, Speck und frischer
Milch. Nachmittags treffen Bernhard B. und Christoph ein und pünktlich zur
allabendlichen Pasta Sabine und Andreas.
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Rast
an der Peller-Alm
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3. Tag: Montag - Horrortag
Nach einer langen und umständlichen Abrechnung mit dem chaotischen Hüttenwirt
machen wir uns verspätet auf den Weg. Noch lacht uns die Sonne entgegen
und wir erreichen nach 3,5 h den Costanzi Klettersteig. Devise Uli: Rödelzeug
anlegen! Kurz danach nebelt der Costanzi völlig ein. Devise Uli: Rödelzeug
ablegen! Da fasst sich innerlich so mancher an den Kopf, doch, Bergführer,
wir folgen dir! Nun müssen wir absteigen und bei aufkommendem Regen den
Sentiero delle Palete, suchen. Der Weg geht auf glitschigen Grassoden steil bergab.
Ute rutscht aus, stürzt und bricht sich den kleinen Finger! Bei jetzt zunehmendem
Regen finden wir um 16.30 Uhr den frustrierendsten Wegweiser zu unserem Ziel:
Rifugio Graffer 3,5 h! Es folgt ein steiler Aufstieg im Schotter bei prasselndem
Regen und ein Abstieg über Eisensprossen, Wasserfälle und rutschige
Steine. Alles bei Dauerregen und einem sich näherndem Gewitter. Schuhe und
Strümpfe sind mittlerweile durchnässt. Uli nimmt Ute in seine Obhut,
die anderen kämpfen sich einzeln oder in Grüppchen auf dem endlosen
Palete-Weg durch. Nach einer 12-stündigen Irr-Tour über 1800 Höhenmeter
erreichen wir nass bis auf die Unterhose endlich die Graffer Hütte. Bibi
ereilt bei der Pasta ein kleiner Kreislaufkollaps, der jedoch dank der fachmännischen
Betreuung durch Sabine und den Hüttenwirt (Schocklage, heißer Tee,
5 Wolldecken und Fußmassage) behoben werden kann.
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4. Tag: Dienstag – Aussteigertag
Der nächste Tag beginnt mit schlechten Nachrichten: Christoph will wegen
Grippe aufhören, Vater Bernhard B. muss Begleitperson spielen, Andreas (der
im übrigen kein Stück trockenes Zeug mehr im Rucksack hat) will lieber
Motorrad fahren und Sabine muss mit! Da waren´s nur noch 7 kleine Bergsteigerlein,
die motiviert, mit trockenen Socken in die immer noch nassen Schuhe schlüpften.
Nachdem der Hüttenwirt Utes kleinen Finger noch mit einem abgebrochenen
Eislöffel geschient hat, geht`s los auf den Sentiero Benini. Kurz vor dem
Einstieg in den Klettersteig beschließt Ute wegen zu zahlreicher Blasen
an den Füßen die Tour abzubrechen. Da waren`s nur noch 6 ........
Der Klettersteig lässt sich fast gemütlich gehen. Nach 5 Stunden erreichen
wir die Rifugio Tuckett, die an einem beeindruckenden Geröllmeer liegt.
Wir verbringen die Nacht in einem 10 Quadratmeter Zimmer nur für uns 6,
plus Perserteppich. Schlafen entfällt wie so oft in dieser Woche.
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Sent.
Benini
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5. Tag: Mittwoch – Nebeltag
Am nächsten Morgen geht der Aufstieg über den Gletscher zur Bocca del
Tuckett. Die Steigeisen bleiben noch im Rucksack, weil er mit Geröll übersäht
ist. Am Einstieg in den Klettersteig Sentiero Bocchette Alte hüllt sich
die Brenta in dichten Nebel. Wir gehen wie in Watte verpackt durch unwirklich
scheinende Felsenformationen. Wir ahnen die tiefen Abgründe unter uns -
vielleicht ist es für manch einen besser, dass wir sie nicht sehen. Doch
der heute einmal leichte Regen kann uns die Stimmung nicht „vermieseln“!
Am Ende des Steiges erwarten uns viele senkrechte lange Leitern, die uns in ein
riesiges Geröllfeld hinunterbringen. Ein wunderschöner Klettersteig!
Die Rifugio Alimonta erfreut uns mit einem gemütlichen Kaminofen (da werden
schnell die Klamotten gewaschen und aufgehängt) und einem schrecklichen
20-Bett-Zimmer, in dem wir 6 zusammengepfercht mit unseren Rucksäcken unter
einer Schräge schlafen müssen. Na denn, gute Nacht! |
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Vedretta
di Brenta Inferiore
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6.Tag: Donnerstag: - Sonnentag (!!!!!)
Der Tag beginnt verheißungsvoll mit einem Morgenrot über dem Gletscher
und er hält, was er verspricht. Für Claudia, Anette und Bibi ist es
der Tag der ersten Steigeisenerfahrung. Wir gelangen ohne Mühen das Eis
hinauf. Unvorstellbar, dass diese Eisenkrallen tatsächlich halten! Jetzt übernimmt
Bernhard K. die Führung und auf geht's über Leitern auf den Sentiero
Bocchette Centrale, ein grandioser Klettersteig auf Bändern, der uns auch
zu der berühmten Felsnadel Campanile Basso führt, dem EI Dorado der
Felskletterer. Mittagspause machen wir auf der Sonnenterrasse der Refugio Pedrotti.
Danach folgt ein angenehmer Aufstieg zum Sentiero Brentari Der Klettersteig geht
wieder über endlose Leiternkonstruktionen hinab in die Tiefe - einem großem
Geröllfeld mit riesigen Felsbrocken, die aussehen wie von Götterhand
gespalten. Mit einem Riesenschritt beginnt nun die Überquerung eines schneebedeckten
kleinen Gletschers. Der plötzlich aufkommende Nebel läßt unser
Ziel, die Rifugio Agostini, die wir schon so nahe wähnten, auf einmal verschwinden.
Eine Zeitlang irren wir ohne sichtbaren Weg herum. Am Ende sind alle froh, als
wir die Markierung wiederfinden und die moderne Hütte versöhnt uns
mit Grappa, gutem Essen, einem schönen Zimmer und warmen Duschen!
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Giulia
di Brenta
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7. Tag: Freitag
- Gletschertag
Am Morgen steigen wir noch einmal unter Bernards guter Führung bei wolkenverhangenem
Himmel auf zum Sentiero Castiglioni, einem kurzen Leiternsteig. Dann folgt
ein langer gerölliger Abstieg zum Rifugio XII Apostoli, wo wir eine kurze
Pause einlegen. Über den Sentiero dell`Ideale gelangen wir zu einem Aussichtspunkt
zwischen zwei wunderschön blaumarmorierten Gletschern. Wieder einmal regnet
es und unser Abstieg führt uns über Eisrinnen und Sturzbäche,
die uns die Überquerung des einen Gletschers erschweren. Über den
Sentiero Martinazzi gehen wir durch den triefenden Regen zur Rifugio Brentei – schon
wieder klitschnass bis aufs Hemd! Die Hütte ist alt und schmuddelig, aber
wir haben's wohl ohne Läuse und Flöhe überlebt.
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Sent. L.
Brentari
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8. Tag: Samstag - letzter
Wandertag
Auf zum Sentiero SOSAT, einem netten Klettersteig zum Abschied, mit Riegelpause
auf einem sonnigen Plateau. Beim Mittagsradler auf der Rifugio Tuckett verfolgen
wir fasziniert die Kletterer an der ca. 300 m hohen Wand gleich neben der Hütte.
Da möchte so manch einer von uns auch mal hoch! Früh am Nachmittag
erreichen wir die Rifugio Graffer und nächtigen fürstlich in 3-Bett-Zimmern.
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Sent. SOSAT |
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9. Tag: Sonntag – Abschiedstag
Die Woche endet mit einer Talfahrt nach Madonna di Campiglio und einer gemeinsamen
Taxifahrt zurück nach Cles. Auch wenn uns das Wetter oft enttäuscht
hat, trotzdem oder gerade deshalb war die Tour ein unvergessliches Erlebnis!
Anette und Bibi |
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Rif. Graffer
al Grostè
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