Berichte |
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1998 |
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Klettersteige in den Dolomiten |
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| vom 23.8.-30.8.1998 | |||||||
| Am Samstag, dem 22.8.1998 trafen wir uns auf der Terrasse des Hotels „des Alpes“ in Cortina d´Ampezzo. Es regnet und wir dachten: Was mag uns die Woche bringen. | Wir, das waren Jörg als unser Tourenführer, Eberhard, Angelika, Dieter, Annette, Birgit (genannt Bibi), Rüdiger, Claudia, Kurt und ich. Das Essen war vorzüglich und so wurde es ein gemütlicher Abend. | ||||||
Der anschließende Passo di Limo kostete etwas Schweiß. Gegen 15.00 Uhr erreichten wir die La Varella Hütte und hatten Zeit und Musse für ein ausgiebiges Sonnenbad im Liegestuhl. ![]()
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Am nächsten
Morgen ging es nach einem reichlichen Frühstücksbuffet
per Bus zum Hotel Fiames. Hier begann der wunderschöne
Weg im Tal des Fanes entlang zum Fanes-Wasserfall. Unser
erster Klettersteig war erreicht, der „Via Ferrata
Barbara“. Ein Einstieg war leider nicht zu finden
und wir mussten ein Stück des Weges zurück, um
von der anderen Seite heranzukommen. Der arme Jörg
musste sich natürlich die anschließenden Lästereien
gefallen lassen. Aber wir mussten Abbitte leisten, da wir
nun sahen, dass ein Erdrutsch den Einstieg unpassierbar
gemacht hatte. Bei herrlichem Sonnenschein wanderten wir auf einem schönen, relativ bequemem Weg weiter zum Lago di Limo, einem großen im Fels gelegenen Bergsee. ![]()
Nur Rüdiger konnte das nicht genießen. Er vemißte seinen Geldbeutel mit Geld, Scheck und sämtlichen Papieren und eilte so schnell er konnte zurück zu dem Platz, an dem wir ausgiebig Rast gemacht hatten. Leider fand er das Gesuchte nicht, doch etwas später kam der erlösende Anruf. Ein ehrlicher Mensch hatte es gefunden und wollte es im „Hotel des Alpes“ abgeben. Verständlicherweise war Rüdiger sehr erleichtert. Natürlich hatte er für die nächsten Tage bei uns Kredit. Im Zimmer Quartier genommen, vermißte Angelika ihren Waschbeutel. Auch gab es da viele gute Ratschläge wie Klosettbürste zum Zähneputzen usw. und jeder kramte, ob er nicht etwas für sie fand. Am späten Abend jedoch fand sie das gute Stück dann einsam und verlassen draußen auf einem Tisch wieder, was natürlich wieder zum Lästern Anlaß gab. |
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Am Montag morgen lachte wieder
die Sonne, die später dann ab und zu durch ein paar
Wolken verdeckt wurde. Wir begannen gegen 7.30 Uhr den
Aufstieg zum Gipfel der La Varella (3055 m), der sich als
nicht so einfach herausstellte, teilweise sehr schmal mit
Klettereinlagen und viel Geröll. Bei einer Trinkpause
rollte Claudias grüne Regentasche ein Stück den
Berg hinab und landete in einer Felsspalte. Kurt holte
sie wieder heraus. Rüdiger wollte wie immer etwas
höher hinaus und rutschte ab: Hose, Hintern und Knie
kaputt. Notdürftig wurde alles von Bibi und Jörg
verpflastert und wir sparten natürlich nicht mit unseren „guten“ Sprüchen.
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Nachdem das Gipfelkreuz eingenommen war, gab es eine etwas längere Rast. Leider war es kühler geworden und einige Nebelschwaden kamen aus dem Tal herauf. Jörg, Rüdiger und ich machten noch einen kleinen Abstecher zur Cunturines (3064 m), der gleich nebenan lag. Herrliche Tiefenblicke gab es hier und eine steilabfallende Felswand, die uns ein respektvolles „Oh“ abforderte. Der Abstieg war wieder sehr geröllig und wir mussten weit hinunter in ein wunderschönes Tal. Ein Wegweiser zeigte uns an, dass es hier zur Scotoni-Hütte ging. Alle, die schon auf diesem Weg waren, kehrten um und gingen brav mit Jörg weiter; nur Eberhard und ich marschierten stur weiter in der Hoffnung, bald bei der Hütte zu sein. |
Wie hatten wir uns da getäuscht. Über 400 m mussten wir beide erst wieder hinauf zum Joch, um dann wieder 400 m abzusteigen zur Hütte. Es war inzwischen dämmrig geworden und Jörg und Kurt hatten schon die Trinkflaschen gefüllt, um uns entgegen zu gehen. Doch mit den ersten Regentropfen eines sich nahenden Gewitters erreichten wir die Hütte, die uns für alles entschädigte. Schöne Zimmer mit Dusche und gutes Essen. Am Abend dann wurde eine Näh- und Flickstunde eingelegt. Wir reparierten Rüdigers Hose mit allen farbigen Fäden, die wir so hatten. Es sah sehr lustig aus, hat aber gut bis zum Ende der Tour gehalten. |
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| Am nächsten Tag war der „Via Ferrata Tomaselli“ auf dem Programm. Die Sonne meinte es wieder gut mit uns. Wie immer war der Anstieg durch Geröll und etwas mühsam. An der Biwakschachtel legten wir unsere Rucksäcke ab, die dann von Angelika und Annette bewacht wurden. Dieser Klettersteig war ein tolles Erlebnis und forderte schon unseren ganzen Einsatz. Auf dem Gipfel Süd des Punte de Fanes belohnte das beeindruckende Panorama der Berge rund um Cortina (Pelmo, Cinque Torri, Tofana-Gruppe usw.) unsere Mühen. Auch der Abstieg zur Biwakschachtel erforderte wieder unsere ganze Aufmerksamkeit und wir waren doch recht stolz auf unsere Leistung, da es für die meisten der Gruppe der erste so schwierige Klettersteig war. Müde und zufriedenerreichten wir am späten Nachmittag die Dibona-Hütte, in der wir bei Bier und Wein den Tag ausklingen ließen. |
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Auf dem Gipfel waren wir fast allein, da viele nur das erste Stück des Klettersteiges gehen. Geschafft aber zufrieden machten wir uns an den nicht ganz einfachen Abstieg, der schlecht markiert und durch viel Geröll zur Giussani-Hütte führte. |
Der Mittwoch begann - natürlich
wieder nach einem sehr gerölligen Anstieg - mit dem
Einstieg in den Tunnel Gall. del Castelletto der Via Ferrata
G. Lipella. Der Tunnel war ein Überbleibsel
aus dem 1. Weltkrieges, von denen wir noch viele auf unserer
Tour sahen. Es war stockdunkel darin und so traten unsere
Stirn- und Taschenlampen in Aktion. Dann begann der Klettersteig,
der uns auf etwa 800 Höhenmetern alles abverlangte
durch seine Länge und Schwierigkeit, aber dafür
auch schöne Tiefblicke gewährte. Nach etwa
2/3 des Steiges konnte man zur Giussani-Hütte absteigen.
Angelika, Anette und Eberhard nutzten diese Gelegenheit;
wir anderen quälten uns weiter hinauf bis zum Gipfel
der Tofana di Rozes (3225 m). Fast jeder von uns hatte
an machen Passagen seine Mühe, auch ich. An einem
Wasserfall halfen mir nur Rüdigers Handschuhe hinauf,
da ich ohne immer wieder abgerutscht war.
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| Nach einem spartanischen Frühstück, aber wieder mit gutem Wetter und frohen Mutes, griffen wir die nächsten Klettersteige an, den Astaldi und den Olivieri zum Sent. de Torioni, von dem wir nur noch bis zur Mittelstation der Tofana-Seilbahn (Rif. Ra Valles) abstiegen. Mit einer Gondel schwebten wir zu Tal und trafen mittags im „Hotel des Alpes“ ein. Auf der Terrasse tankten wir Flüssigkeit auf und nahmen ein ausgiebiges Sonnenbad. | Nachdem wir uns alle ausgehfein
gemacht und auch etwas geruht hatten, bummelten wir durch
Cortina.
Auch ein kleiner Gewitterschauer konnte uns hier die Laune
nicht verderben, denn wir freuten uns schon wieder auf
das gute Essen am Abend. Angelika eröffnete uns, dass sie nicht mehr weiter mitgehen und morgen früh abfahren wolle, was wir natürlich alle sehr bedauerten. |
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| Am Freitag morgen schien wieder
die Sonne und nachdem wir Angelika verabschiedet hatten,
bemühten wir wieder den Bus zum Hotel Fiames. Dort
begann - diesmal auf der anderen Seite - der wieder mal
geröllige Aufstieg zum Via Ferrata Strobel. Ein schöner
Klettersteig, richtiges Genussklettern; auf den Gehstücken
dazwischen übten wir immer wieder den aufrechten Gang. Kurz vor 14.00 Uhr waren wir auf dem Gipfel des Punta Fiames. Wieder belohnte uns die herrliche Aussicht auf die Berge, die Tofana-Gruppe, den Cristallo, die Sorapiss-Gruppe, die Fanes-Gruppe und Marmolada. Auch unsere fast täglichen Begleiter, die Cinque Torri, waren wieder zu sehen. Sie waren uns inzwischen schon sehr vertraut. Der Weg zur Lorenzi-Hütte, unser nächstes Ziel war noch sehr weit und so nutzten wir die letzten Meter den Lift. Es war ein lustiger Lift, die Kabinen sahen aus wie kleine Bomben und in jede passte nur eine Person mit Rucksack hinein. So kamen wir nach und nach bei der Hütte an.
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Jörg und Dieter wollten es wissen und griffen den nächsten Klettersteig an, den Via Ferrata M. Bianchi bis zum weißgepuderten Gipfel des Cristallino. Wir anderen erholten uns im Sonnenschein auf der Terrasse mit großartiger Sicht auf Cortina mit Pelmo und Antelao und auf der anderen Seite in der Ferne Großglockner und Großvenediger. |
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Der letzte Tag unserer Tour war
angebrochen. Es gab die ersten Minusgrade und Rauhreif
an den Drahtseilen. Der Dibona-Klettersteig begann gleich
hinter der Seilbahnstation mit einer Hängebrücke,
die Anette nicht ganz geheuer war.![]()
Doch dank Jörgs Unterstützung überwandt sie diese Beklemmung ganz schnell. Recht zügig ging es voran auf den Gipfel des Cristallino d´Ampezzo (3008 m). Leider verwehrten uns einige Nebelschwaden den Blick in die Ferne und so betrachteten wir uns die Stellungen aus dem 1. Weltkrieg etwas näher. Der Klettersteig führt anfangs fast nur auf dem Grat entlang und die Kälte machte uns etwas zu schaffen. Beim Abstieg durch eine lange Schotterrinne kam endlich die ersehnte Sonne zum Vorschein. Leider erwischte es dabei noch den Eberhard. Er rutschte aus und verletzte sich am Arm, den Bibi vorsichtshalber abends im Krankenhaus verarzten ließ. Vom Rif. Ospitale fuhren wir mit dem Bus nach Cortina zurück. Jörg konnte leider den Abend nicht mehr mit uns verbringen. Er fuhr sofort weiter zum Mont Blanc, wo wieder eine Gruppe aus der Sektion zur nächsten Tour auf ihn wartete.
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Wir danken ihm für die gute Führung und meinen, dass wir eine lustige und pflegeleichte Gruppe für ihn waren. Uns hat es allen sehr viel Spaß gemacht und wir werden bestimmt bald wieder zusammen andere Klettersteige in den Dolomiten erkunden. Zum Schluss wollen wir auch Uli nicht vergessen, der diese tolle Tour geplant und ausgearbeitet hat. Auch ihm unseren herzlichen Dank. Irmgard Scharff |
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